Angeln in der Nacht
Nachts legen große Fische ihre Scheu ab und kommen nah ans Ufer auf Nahrungssuche. Das ist die Chance des Nachtanglers.
Nachts erhöhen sich die Fangaussichten, das die Fische weniger mißtrauisch sind und bereitwilliger Nahrung aufnehmen als tagsüber. Das gilt insbesondere bei heißem Sommerwetter, wenn die Wasserstände niedrig sind. Das tagsüber verwendete Angelgerät ist auch nachts brauchbar - mit Ausnahmen. Nachts muß man nicht so fein fischen. Wer eine Knicklichtpose an der Schnur befestigt und im Dunklen auswirft, sollte eine etwas kräftigere Schnur verwenden, um sich Verluste zu ersparen.
Anfags sollte man sich auf eine einzige Rute konzentrieren, um Schnurverwicklungen zu vermeiden. Mit wachsender Nachtangelerfahrung kann man auch mehrere Ruten einsetzen. Sämtliche Ausrüstungsgegenstände, insbesondere Köder und Unterfangkescher, müssen in einem eingegrenzten Bereich liegen, damit man sie im Dunklen schnell findet.

Licht im Dunkeln
Eine Lichtquelle braucht man am Ufer, eine Taschenlampe oder eine Stallampe. Helle Beleuchtung ist nicht nötig, auch kein Licht, das direkt aufs Wasser fällt. Viele Nachtagler ärgern sich, wenn die Lampen der anderen Angler zu hell sind. Deshalb dunkelt man die Lampe so ab, dass sie nur den eigenen Uferbereich erhellt.
Zum Nachtangeln gibt es verschiedene Beleuchtungsgeräte. Eines davon ist das Knicklicht, eine Kunstoffröhre in der sich in getrennten Kammern zwei chemische Flüssigkeiten befinden. Im Inneren schwimmt eine mit Wasserstoffperoxid gefüllte Glasröhre, die durch Knicken zerstört wird und die Lösung freisetzt. Die dadurch enstehende chemische Reaktion bringt das Knicklicht zum Leuchten. Man kann das Knicklicht mit entsprechenden Haltern, aber auch mit Klebeband an Rutenspitzen, Posen, Kletteraffen, Bobbins und anderen Bissanzeigern befestigen.
Beim Grundangeln kann man auch eletronische Bissanzeiger oder Optonics-Bissanzeiger zur Bisserkennung verwenden. Elektronische Bissanzeiger, die Summen, evtl. auch blitzen, werden von vielen gerne genommen, sind aber teuer.
Zunächst sollte man das Wasser bei Tageslicht in Augenschein nehmen und überprüfen, ob es Hindernisse o.ä. gibt. Dabei achtet man auch auf auffällige Maerkmale am anderen Ufer, nach denen man sich beim Auswerfen richten kann.
Anfüttern
Dies ist auch die richtige Zeit, um Lockfutter auszulegen, das man in einem Bereich von 5 bis 9 m verteilt, selbst ein ungenauer Wurf landet dann normalerweise aus dem Grundfutter. Der Fisch sucht sich nachts mit Hilfe seines Geruchs- und Geschmacksinns seine Nahrung, deshalb kann man größere Köder als bei Tage verwenden und Haken und Schnüre entsprechend stärker wählen. Die größeren Fische, insbesondere große Brassen, Schleien und Karpfen, scheinen nachts etwas unvorsichtiger zu sein und kommen direkt an die Uferzone, um nach Nahrung zu suchen.
Das Gerät stellt man vor Einbruch der Dunkelheit zusammen und macht es sich neben der rute bequem. Die Hände müssen in der Nähe des Rutengriffs sein, damit man keine Bisse verpasst.
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