Angeln auf Karpfen – Teil 1
Der Karpfen ist ein kampfstarker Fisch, der beim Drill Material und Angler fordert. Der Drill eines kapitalen Karpfen ist ein imposantes Erlebnis, an das man sich gerne erinnert. Die Konzentration beim Zusammenbau einer optimalen Montage, der Adrenalinschub beim Biss, der Nervenkitzel beim Drill und die Erleichterung, wenn der Kescher den Karpfen umschließt. Karpfenangeln ist wohl die schönste Art des Angelns überhaupt. Jedoch gibt es einiges an Wissen, das man haben sollte bevor man beim Karpfenangeln erfolgreich sein wird. Im Folgenden werde ich einen kurzen Crashkurs zum Angeln auf Karpfen geben. Ich werde die wichtigsten Dinge erklären, die man über das Karpfenangeln wissen sollte, um das Erlebnis beim Drill eines Karpfen bald selbst zu erleben.
Die Rute
Beim Karpfenangeln verwendet man Ruten mit einer Länge von 3-4 Metern. Diese Länge ist ideal, um den Köder gut auswerfen und den Karpfen sicher landen zu können. Die Rute hat beim Drill des Karpfens die Aufgabe, die Schläge mit dem Kopf und die kurzen Fluchten abzufedern. Zudem bietet sie uns aufgrund ihrer Länge die Möglichkeit die Richtung beim Drill eines Karpfens vorzugeben. Wir können also den Karpfen von Hindernissen wie Seerosenfedern und Krautbänken fernhalten.
Meist werden beim Karpfenangeln höhere Bleigewichte verwendet. Der Grund dafür ist, dass man mit einem Blei von 30-100 Gramm sehr weit werfen kann. Mit Weitwurfruten sind Entfernungen von bis zu 120 Meter möglich. Dadurch kann man Stellen befischen, die sonst nur mit einem Boot erreichbar wären. Um jedoch solche Bleie werfen zu können, sollte die Rute dafür geeignet sein. Ein Wurfgewicht von 60-100 Gramm ist zum Angeln auf Karpfen optimal.
Die Rollen
Aufgrund der weiten Wurfdistanzen und den imposanten Fluchten der Karpfen sollte man Rollen wählen, die eine Schnurmenge von mindestens 200 Metern aufnehmen können. Freilaufrollen sind zwar nicht unbedingt erforderlich, doch erleichtern sie die Handhabung sehr. Da sie heutzutage zu erschwinglichen Preisen zu bekommen sind, sollte man diese bevorzugen. Sie bieten durch den Freilauf den Vorteil, dass bei Wind oder Wellen auf dem Wasser kein Schnurbogen entsteht. Eine fein einstellbare Bremse sollte auch vorhanden sein.
Die Angelschnur
Man kann sehr viel zur Schnurwahl beim Karpfenangeln lesen. Häufig wird empfohlen nur geflochtene Angelschnur zu nehmen. Andere Angler schwören auf ihre monofile Schnüre. Welche Schnur ist nun besser geeignet ?
Aufgrund meiner langen Angelerfahrung kann ich sagen, dass es ein „besser“ nicht gibt. Auf sehr große Distanzen hat die geflochtene Angelschnur Vorteile. Aufgrund der sehr geringen Dehnung kommt der Anschlag direkt durch und der Fisch wird sicher gehakt. Beim Drill stellt sich jedoch die fehlende Dehnung als Nachteil heraus. Jeder Flossenschlag und jeder Schüttler mit dem Kopf wird dann direkt auf die Rute und den Haken übertragen. Es kann daher sehr schnell passieren, dass der Haken ausschlitzt und man den Karpfen verliert. Hier bietet die monofile Schnur den Vorteil, dass sie sich, bei besonderer Belastung, einfach ein Stückchen dehnt und so die Schläge abfedert und den Haken entlastet. Wie ihr seht haben beide Typen Vor- und Nachteile. Daher sollte man einfach mal ausprobieren, mit welchem Typ man selbst am besten klar kommt.