Angeln auf Karpfen – Teil 2

Montagen zum Angeln auf Karpfen

Laufbleimontage

Die Laufbleimontage ist beim Karpfenangeln wohl am weitesten verbreitet. Der Aufbau ist eigentlich recht simpel. Man fährt mit der Hauptschnur durch ein Inlineblei oder durch die Öse am Birnenblei. Dann zieht man eine Gummiperle auf die Schnur und knotet einen Wirbel an. In dieses hängt man einen Karpfenhaken ein. Das war es eigentlich schon.
Das Blei ist also auf der Hauptschnur frei beweglich. Beim Biss eines Karpfen kann dieser ohne Widerstand mit dem Köder wegschwimmen da das Blei auf dem Gewässergrund liegen bleibt und nur die Schnur durch das Blei läuft. Dadurch spürt der Karpfen keinen Widerstand und spuckt den Köder nicht wieder aus. Das Gewicht des Bleies kann man nach seinen Vorlieben wählen. Man sollte einfach experimentieren mit welchem Gewicht man am besten werfen kann. Zu empfehlen ist ein Gewicht von 20-80 Gramm.

Festbleimontage

Als ich mich zum ersten mal mit der Festbleimontage beschäftigt habe war ich extrem skeptisch. Das Blei wird in einem Abstand von nur 20 bis 30 Zentimeter vom Haken angebracht. Es läuft nicht frei auf der Hauptschnur sondern ist fest montiert. Es war eine völlig neue Denkweise für mich. Der empfindliche Karpfen und dann ein festes Blei nur 30 Zentimeter vom Haken entfernt ? Ich habe es aber trotzdem mal probiert und war begeistert. Es hat gleich beim ersten mal geklappt und ich konnte einen prächtigen Karpfen landen.
Die Idee, die hinter dieser Montage steckt ist die folgende: Der Karpfen saugt den Köder am Gewässergrund auf und schwimmt weiter. Doch schon nach wenigen Flossenschlägen schwimmt der Karpfen in das Blei. Mit anderen Worten: Die Schnur ist gespannt und das Gewicht des Bleies zieht den Köder aus dem Maul des Karpfen. Doch der Köder flutscht nicht aus dem Maul, sondern verhakt sich in der Regel in der Lippe des Karpfens. Durch das hohe Bleigewicht wird der Haken direkt in das Fleich der Karpfenlippe getreiben. Dadurch hakt sich der Karpfen selbst und ein Anschlag ist nicht mehr nötig. Daher wird diese Montage auch „Selbsthakmontage“ genannt. Um den Haken jedoch fest in die Lippe des Karpfens zu treiben sollte man sehr scharfe Haken verwenden und diese regelmäßig wechseln wenn sie abgenutzt sind. Das Gewicht des Bleies sollte nicht unter 60 Gramm liegen.

Posenmontage

Die Posenmontage kennt man vom Angeln auf Köderfischen oder andere Fischarten. Man zieht einen Stopper auf die Hauptschnur und fährt dann durch eine Pose und knotet dann den Wirbel an, in den man den Karpfenhaken einhängt.

Durch das Verschieben des Stoppers kann man die Tiefe des Köders einstellen. Also in welcher Höhe der Köder im Wasser schweben soll. Beim Karpfenangeln stellt man den Stopper so ein, das der Köder auf dem Gewässergrund liegt. Dies erkennt man bei ausgeworfener Pose daran, dass die nicht steht sondern umfällt.

Eine solche Montage hat den Vorteil, dass sie aufgrund des fehlenden Gewichtes, sehr empfindlich ist. Man kann dadurch aus Karpfen überlisten, die bereits schlechte Erfahrungen mit Ködern gemacht haben und bereits mehrfach am Haken gehangen haben. Genau dies sind meist die besonders kapitalen Exemplare. Jedoch bietet diese Montage auch einige Nachteile. Zum einen muss man ständig die Pose beobachten um einen Biss zu erkennen. Zum anderen ist die Wurfweite aufgrund des fehlenden Gewichtes sehr beschränkt.

Besonders geeignet ist die Posenmontage beim ufernahen Angeln. Besonders unter überhängen Büschen oder vor Schilfbänken kann man mit der Posenmontage sehr gute Erfolge erzielen.

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