Boilies selber herstellen
Für Angler, die ihre Boilies selbst hergestellt haben, ist das Erfolgserlebnis natürlich noch größer, wenn sie mit ihren selbstgemachten Köder einen Karpfen fangen. Die Zubereitung der Boilies ist ist einfach, und jeder kann mit etwas Phantasie sehr fängige Köder kreieren.
Viele Variationsmöglcihkeiten
Es gibt zwar immer wieder neue Rezepte, aber die Hauptbestandteile bleiben gleich: Bindemittel und Grundmasse. Um den Köder verlockender zu machen, enthalten viele Boilies Farb- und Aromastoffe, Flavourings genannt.
Die Bindemittel haben einen hohen Anteil an Eiweiß oder Stärke. Bestens geeignet sind z.B. Natriumkaseinat (ein aus Milch gewonnenes Pulver) und Eier. Auch Weizenglutamat und Weizenkeime werden gern verwendet.
Die Grundmasse sorgt für das Gewicht und einen hohen Nährwert. Für Köder mit Fischaroma eignen sich Fischmehl und zerdrückte Pellets. Andere Grundstoffe sind Sojamehl, Erdnussmehl oder Fleisch- und Knochenmehl.
Flüssige Süßstoffe (Sweetener” dienen als Grundlage für süsse Boilies, die je nach Geschmack (des Anglers oder des Karpfens!) unterschiedliche Zutaten haben können. So kann man mit pürierten Tintenfischen herzhafte Boilies zubereiten. Mit Lebensmittelfarben läßt sich der Köder in fast jedem Farbton herstellen.
Aromastoffe (“Flavours”) sind im Handel erhältlich; die Auswahl ist groß. Viele angler ziehen ihre eigene Mischung vor, um so einen unverwechselbaren Köder herzustellen.
Sämtliche Zutaten werden von Firmen angeboten, die sich auf die Produktion von Ködern und Köderzutaten spezialisiert haben.
Selbastgemachte Boilies
Viele Angler angeln schon seit vielen Jahren mit selbstgemachten Boilies erfolgreich auf Karpfen. Es empfielt sich, erst einmal ein einfaches Rezept auszuprobieren.
Als trockene Zutaten benötigt man 90 g Natriumkaseinat, 90 g Weizenkeime, 60 g Fischmehl, 30 g Sojamehl und 30 g Equivite (ein Vitamin- und Mineralstoffpräparat). Nach dem Wiegen vermischt man alle Zutaten in einer Schüssel. Für die Mischung werden gewichtsmäßig etwa vier Teile flüssige und fünf Teile feste Zutaten verwendet.
Auf das Konto von Boilies und Hair-Rigs gehen jedes Jahr vermutlich mehr kapitale Karpfen als auf sämtliche anderen Köder und Methoden zusammen.

Die flüssigen Zutaten bestehen vor allem aus Eiern – sie sind voller Protein, gerade das Richtige für hungrige Karpfen. Man gibt drei mittelgroße Eier in eine Schüssel und schlägt sie, fügt Süßstoffe, Flavourings, oder Farbstoffe hinzu und mischt das Ganze gut durch.
Dann gibt man die trockenen Zutaten langsam in die Eimasse, mischt gut durch und formt aus dem so entstandenen TeigbKugeln mit einem Durchmesser cvon etwa 12-18 mm. Aus dem teig lassen sich rund 100-120 Boilies formen, das reicht für ein oder zwei Angeltage. Man sollte nicht vergessen, dass kleine Boilies ausgezeichnete Köder für andere Arten, wie etwas Schleien oder Döbel sind.
Nach dem Kochen legt man die Boilies zum Trocknen auf ein Tuch. Nach einigen Minten wendet man sie, damit sie rundherum trocken werden. Bereits eine Stunde später kann man sie zum Angeln nehmen, allerdings härtet die äussere Schicht mit der Zeit immer mehr aus.
Pop-up-Boilies
Möchte man Pop-up-Boilies (mit Auftrieb) als Hakenköder haben, erwärmt man einige fertige Boilies für weitere drei bis vier Minuten in der Mikrowele. Falls keine Mikrowelle vorhanden ist, lassen sie sich auch grillen, doch das Aufheizen mit der Mikrowelle ist vorzuziehen. Boilies kann man auch für mehrere Wochen in einer Gefriertruhe aufbewaren.
Jetzt steht das Experimentieren mit unterschiedlichen Formen, Geschmacksrichtungen und Farben nichts mehr im Wege; vielleicht entwickelt man ja ein neues Erfolgsrezept.
Einige Tipps zum Schluss
Lassen sich aus dem Teig nur schlecht Kugeln formen, weil er zu klebrig ist, muss man etwas mehr von den trockenen Zutaten zugeben. Falls das nicht hilft, nimmt man beim nächsten Mal weniger von den Bindemitteln (Kaseinate, Weizenglutamat) oder verringert die Eimenge. Will man kapitale Karpfen fangen, ist es natürlich wichtig, dass die Boilies richtig präsentiert werden.
Wenn die Köder fertig sind, muss man prüfen, ob sie auch absinken. Schwimmen sie, muss man bei der nächsten Zubereitung etwas mehr Wasser nehmen und dafür ein Ei weglassen. Sinken die Boilies dann immer noch nicht ab, kann man die leichten Bestandteile (Kaseinate und Milchpulver) durch schwere Zutaten wie gemahlenen Reis, Gieß oder Meismehl ersetzen. Je kräftiger man schließlich die Hauptködermasse knetet, desto mehr Luft wird aus der Mischung herausgedrückt. So bekommt sie eine höhere dichte und sinkt ab.
5-10 ml Flavouring reichen vollkommen aus. Es empfielt sich nicht mehr zu nehmen, auch wenn der Köder nicht besonders fängig zu sein scheint. Zuviel Aroma stößt die Fische nur ab. Besser ist es, wenn man zunächst mit kleineren Mengen von Flavouring experimentiert, bis man die richtige Dosierung für den richtigen Beutefisch gefunden hat.
Kommentare(2)
[...] der Wahl der Geschmacksrichtung stehen uns nahezu alle Möglichkeiten offen. Doch sollte man sich vor dem Angelausflug Gedanken dazu machen, was den Bedürfnissen des [...]
Super seite!
Hat mir Anfänger wegen genauester Beschreibung einige gute Tipps gegeben. Ich hoffe ich fange bald stetig meine Karpfen!
Mfg