Das Seitenlinienorgan und der Sehsinn des Fisches

Fische sind die ältesten Wirbeltiere der Evolution. Sie bevölkern seit etwa 400 Millionen Jahren die Gewässer und hatten somit sehr viel Zeit, um sich optimal an die Lebensbedingungen im flüssigen Element anzupassen. Zwei Sinnesorgane sind beim Fisch, der häufig zu unrecht als primitives Lebewesen eingestuft wird, besonders gut ausgebildet: das Seitenlinienorgan und der Sehsinn.

Zwei Sinnesorgane, die alles bemerken

Das Seitenlinienorgan - eine helle oder dunkle Linie entlang der Körperseite - ist ein Ferntastsinn, der dem Fisch Strömungen, Hindernisse, herannahende Fische und leider auch Angler anzeigt, die sich unvorsichtig am Ufer bewegen und Erschütterungen verursachen. Das Sehvermögen des Fisches ist hervorragend und wird oft unterschätzt. Das Auge hat die Fähigkeit zur Nah- und Fernsicht sowie für räumliches Sehen. Dazu kommt ein ausgeprägtes Farbunterscheidungsvermögen. Und schließlich öffnet die seitliche Stellung des Auges dem Fisch ein großes Gesichtsfeld. Er sieht demnach nicht nur nach rechts und links, sondern gleichzeitig auch nach oben und unten, nach vorne und hinten. Ja, er sieht sogar Dinge über dem Wasser und am Ufer. Für den Angler bedeutet dies: Deckung, wo immer möglich!

Der Graskarpfen - Fleißiger Krautfresser

Der Graskarpfen ist in der Lage, in kürzester Zeit große Mengen pflanzlicher Nahrung zu vertilgen. Aus diesem Grund ist er schon in vielen Gewässern eingesetzt worden - man hofft, mit seiner Hilfe des wuchernden Krautwuchses Herr zu werden.

Seinem Namen zum Trotz sieht der Graskarpfen eher aus wie ein Döbel; beide gehören zu den karpfenartigen Fischen (Cypriniden). Der Graskarpfen hat einen länglichen, zylindrischen Körper, der silber-bronze schimmert, und er besitzt große Schuppen.
Eigentlich kann man nur die Jungfische mit Döbeln verwechseln; doch Graskarpfen wachsen schnell heran. Im Zweifelsfall zählt man die Schuppen entlang der Seitenlinie - beim Graskarpfen sind es 43-45, beim Döbel 56-61. Alle Flossen sind sanft abgerundet, und die After- und die RÜckenflosse haben jeweils acht Slrahlen. Das große Maul ist breit und abgeflacht. (weiterlesen…)

Der Hasel, schnell wie ein Pfeil

Um diese kleinen, silbrigen Fische zu fangen, muss man schnell reagieren und flink anschlagen. Hasel fressen an der Wasseroberfläche treibende Insekten, deshalb müssen sie sich ihre Beute pfeilschnell schnappen.

Sie leben in Schulen zusammen und ihr Schuppenkleid ist silbern. Deshalb werden Hasel leicht mit Rotaugen oder Döbeln verwechselt. Hasel haben jedoch, im Gegensatz zu Rotaugen, gelbe Augen und einen schlankeren Körperbau. Hasel sind gewöhnlich kleiner als Rotaugen und Döbel, und ihre Rücken. und Afterflossen weisen konkave (nach innen gewölbte) Ränder auf. Beim Döbel sind diese Flossenränder konvex, also nach außen gebogen.

Hasel sind silbrig gefärbt und haben einen grauen oder dunkelgrünen Rücken. Kapitale Exemplare schimmern messingfarben und ihre Brust- und Afterflossen sind manchmal leicht rosa gefärbt. Aufgrund ihres schlanken Körperbaus können sie sich lange in der Hauptströmung des Flusses halten.

Hasel bevorzugen klare, schnellfliessende Flüsse und Bäche, am liebsten mit Kiesgrund. Sie behaupte sich erfolgreich in Forellengewässern, aber auch in großen Strömen, wie etwa in der Saale. Hin und wieder trifft man sie auch mal in stehenden Gewässern an, wenn ein Fluss gestaut wird und die Fischen keinen Weg aus dem Staubecken finden. Sie leben in großen Schwärmen, was ihnen ein gewissen Schutz vor Raubfischen bietet. Ältere, größere Exemplare bilden kleine GruppenIn Europa lebt der Hasel (abgesehen von Irland, Schottland und den südlichen Gebieten) von der Forellen- bis in die Barbenregion. In England heißen sie übrigens “Dart”, weil sie in Form und Schnelligkeit an die Pfeile des beliebten Pfeilwurfspiels erinnern. (weiterlesen…)

Der Dorsch

Obwohl der Dorsch ein wichtiger Wirtschaftsfisch ist und sich bei Anglern großer Beliebtheit erfreut, sind die wanderungen dieses heimischen Fisches noch recht wenig erforscht.

Wie ein Unterseestaubsauber sucht der dorsch den Meeresboden nach Fressbaren ab. Auf seinem Speiseplan stehen Würmer, Schellfische und sonstige Fische.
Seine Lebensweise spiegelt sich in seinem Aussehen wieder: von oben erscheint der Dorsch fleckig und neutral gefärbt, so dass er sich kaum vom Meersesboden abhebt. Sein Rücken färbt sich je nach Art des Meeresbodens und der Hauptbeutetiere rötlich braun bis grau-grün;der Bauch ist weißlich.

Lebensdaten
Wissenschaftlicher Name: Gadus morhua
Höchstgewicht: ca. 50 kg
Durchschnittgewicht: 2 kg
Höchtste Länge: ca. 1,6 m
Lebenserwartung: 15 Jahre
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Der Döbel

Der Döbel - auch Aitel genannt - wächst in unseren heimischen Gewässern zu beachtlicher Größe heran. Er hat einen unersättlichen Appetit und ist Pfund für Pfund ein ausdauernder Kämpfer.

Der Döbel sieht dem Hasel sehr ähnlich, wird aber wesentlich größer. Beide haben einen schwarzen Schwanz und einen grauen oder grünlichen Rücken. Den Döbel erkennt man an seinem drehrunden Körper und der netzartigen Zeichnung der Schuppen, die am Hinterrand schwarzgesäumt sind. Seine Afterflossen sind blaßrot, sein Maul ist auffallend groß. Die Rücken- und die Afterflosse sind beim Döbel konvex (nach aussen gewölbt), Beim Hasel konkav (nach innen gewölbt).

Die Ernährung
Döbel sind Allesfresser und ernähren sich von Fischen, Insekten, Kleintieren, aber auch von Fadenalgen, Brot, Beeren und Früchten; bekannt sind Kirschen als Köder. Schon kleine Döbel von 7-8 cm Länge fressen wirbellose Tiere, Würmer und Fischbrut. An überhängenden Holunderbüschen kann es sogar vorkommen, dass sich die Döbel mit den reifen Beeren richtig vollstopfen. Exemplare von etwa drei Pfund leben röuberisch. Sie fressen kleine Koppen, Erlritzen, Rotaugen und Hasel.
Das endständige Maul ist unbezahnt, die Schlundknochen sind jedoch mit kräftigen Zähnen besetzt. Damit können sie sogar kleine Krebse und Muscheln trotz ihrer harten Schale knacken.

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Der Brassen

Brassen leben in Schwärmen und können sehr groß werden. Wer einen Brassen gefangen hat, werd sehr bald den nächsten fangen.

Der Brassen gehört zu der großen Familie der Karpfenfische. Er hat einen hochrückigen, sehr flachen Körper und kann leicht durch Kraut im flachen Wasser schwimmen. Der Brassen, der vielerorts Blei oder Brachse genannt wird, hat eine lange, tief eingeschnittene Schwanzflosse. Die Fische haben ein kleines, unterständiges Maul, das allerdings weit herausgeklappt werden kann, um den Untergrund eines Gewässers nach Nahrung zu durchsuchen. Charekteristisch ist auch die dicke Schleimschicht auf den Schuppen.
Kleine Brassen sind silbrig gefärbt. Wenn sie größer werden, wird die Farbe dunkler bis zu einem goldoliven Ton. Ausgewachsene Brassen haben einen schwarzen Rücken, grünlichbronzefarbene Seiten und einen weißen Bauch.

Die Boden-Wühler
Kleine Brassen fressen Algen und kleine Wasserinsekten. Ausgewachsene Brassen nehmen praktisch alles, was sie erreichen können. Sie nehmen Pflanzen, Insekten, Larven, Krebse, Kleinfische und auch wirbellose Tiere. Die ganz großen Brassen fressen nachts auch Laich kleiner elritzen. Ab und zu rollen sich ganze Brassenschwärme, bevor sie mit dem Fressen beginnen. Für Brassen gibt es eine große Zahl Köder - Mais, Würmer, Boilies, Maden und Brot, vorausgesetzt man bietet sie direkt am Gewässergrund an.


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Der Barsch - Stachelritter

Seine Zeichnung, seine Körper- und Flossenform machen den Barsch unverwechselbar. Jungfische sind gefräßige Räuber, die alles attackieren, was klein genug ist. Kapitale Barsche sind extrem vorsichtig.

Der Barsch ist dem Leben eines Raubfisches sehr gut angepasst. Die Seiten sind olivgrün gefärbt, mit sechs oder sieben schwarzen Streifen. Mit dieser Tarnfärbung ist der Fisch im Kraut oder in den Pflanzen kaum zu erkennen. Die Schwanzflosse ist recht klein. Barsche sind keine extrem schnellen Schwimmer. Sie können ihre Beute aber über lange Distanzen verfolgen.

Immer auf der Jagd
Barsche sind Jäger, die sich nur in der Jugend von Muscheln, Krebsen oder anderen Kleintieren ernähren. Wenn genügend Fischbrut in der Nähe ist, dann werden Barsche schon mit einem Gewicht von 100 g zu reinen Raubfischen, die selbst vor ihren Artgenossen nicht haltmachen. Wenn die Barsche genügend Jungfische als Nahrung finden, können sie sehr schnell wachsen. Wo dies nicht der Fall ist, berbutten die Bestände.
Junge Barsche jagen in Schwärmen. Dort warten sie, bis kleine Fische in die Nähe kommen. Der Barschschwar überfällt dann die kleinen Fische, hetzt sie so lange, bis sie ihnen zum Opfer fallen. Barsche versuchen, ihre Beute während der Verfolgungsjagd von hinten zu packen. Charakteristisch ist auch, dass der Barsch seine Beutefische zuerst mit dem Schwanz zuerst verschluckt.
Barsche, die ein Gewicht von zwei Pfund erreicht haben, nehmen Beutefische bis zu einem gewicht von 60 g.


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Die Barbe

Die Barbe lebt in Flüssen mit starker Strömung. Für viele Angler ist sie einer der aufregendsten Fische überhaupt, weil sie im Drill nie aufgibt.

Braben sind schlank, stromlinienförmig und muskelstark - alles Zeichen, dass sie in der starken Strömung des Flusses stehen können. Sie haben die typische Färbung von Fischen der Karpfenfamilie, mit einem grünen oder braunen Rücken, goldbraune Flanken und einem blassen Bauch. Im klaren Wasser können Barben auch dunkelschwarzbraun gefärbt sein.

Hervorragender Tastsinn
Die Barbe ist im Süden Deutschlands stärker als im Norden verbreitet. Sie ist dem leben und der Nahrungsaufnahme am Grund von schnellfließenden Flüssen angepasst. Der lange, spitze Kopf mit dem untenstehenden Mund ist ideal, um grobkiesigen Grund nach Nahrung zu durchwühlen. Die Barteln, die dem Fisch seinen Namen gaben, sind sensible Tastorgane, die auch Duftstoffe wahrnehmen können.
Lieblingsnahrung sind Würmer und Insektenlarven, kleine Krebstierchen, Schnecken, Muscheln und andere Fischnährtierchen. Barben fressen auch kleine Fische. Mit ihren starken Schlundzähnen kann die Barbe selbst harte Nahrungsbrocken wie Muscheln knacken.
Im Winter, wenn das Wasser kälter ist, sind Barben in ihrer Nahrungsaufnahme zurückhaltend. Sollte der Fluß im Winter über seine Ufer steigen, erwachen die Barben allerdings zu höchster Aktivität, um die Nahrungsbrocken zu erhaschen, die von den überspülten Ufer in den Fluß geschwemmt werden.


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Die Bachforelle

Die Bachforelle überlebt nur in kaltem, unverschmutzten Wasser. Sie gehrt, im Gegensatz zur Regenbogenforelle, zu den einheimischen Fischen. Ihre Heimat sind sauerstoffreiche Flüsse und Seen.

Nur wenige Fische sind in so verschiedenen Färbungen anzutreffen wie Bachforellen. Einige sind silberblank mit schwarzen Punkten, andere fast schwarz mit roten Punkten. Ihr Lebensraum bestimmt die Färbung. Die meisten Bachforellen haben einen braunen Rücken mit schwarzen und roten Punkten an den Seiten.
Wie alle Mitglieder der Salmoniden-Familie hat die Bachforelle eine kleine Fettflosse zwischen Rücken- und Afterflosse. Der räuberisch lebende Fisch hat viele kleine Zähne, der Oberkiefer geht weit bis hinter das Auge. Im Gegensatz zur Regenbogenforelle braucht die Bachforelle kaltes, sauerstoffreiches Wasser. Das gibt es in vielen Seen und Flüssen in Deutschland, selbst im dorddeutschen Niederungsbereich. Umwelt- und Gewässerverschmutzung haben den Lebensraum der Bachforelle allerdings stark eingeschränkt. Der Bestand in Mitteleuropa ist heute meist den Anglern und ihren Vereinen zu verdanken. (weiterlesen…)

Der Aland

Der Aland oder Nerfling gilt als besonders scheuer und kluger Fisch. Fliegenfischer, Spinnfischer und Grundangler stellen ihm nach. Berühmt ist die goldfarbene Variante, die Goldorfe.

Der Aland sieht ein bißchen so aus, wie eine Kreuzung zwischen Döbel und Rotauge. Er hat einen gebogenen graublauen Rücken, silberfarbene Seiten und einen weißen Bauch. Die goldene Variante des Alands, die Goldorfe, wird in manchen Teichen als “zahmer” Zierfisch gehalten, die Färbung der Goldorfe variiert zwischen Blaßgelb und tiefem Orange.
Das Maul ist klein und leicht unterständig - ideal für die ernährung an der Wasseroberfläche- Schwanz und Rückenflosse sind grau; andere Flossen sind pinkfarben (im Gegensatz zu denen des Döbels) nach innen gebogen. Die sicherste Methode, einen Aland zu identifizieren, ist es, die schuppen entlang der Seitenlinie auszuzählen; Alande haben 55 bis 61 Schuppen, Rotaugen und Döbel 42 bis 46.

Wo lebt der Aland?
Der Aland ist vom Rhein bis nach Sibirien weitverbreitet. Er lebt nicht in Südeuropa oder Nordskandinavien. In den Gewässern einiger Länder wurden einige Alande ausgesetzt, z.B. in Frankreich, Holland, Dänemark und Großbritanien.
Die Goldorfe ist ein beliebter Fisch für Zierteiche. Weil sich auch die Goldorfe an der Wasseroberfläche ernährt, macht sie anders als der Karpfen, der im Gewässergrund wühlt, das Wasser weniger trübe.
Der Aland lebt in Stillwasserbereichen der Barben- und Brassenzone. Er kommt manchmal auch in den brackwasserartigen Mündungsgebieten der Flüsse vor, wo er respektable Größen erreicht. Alande lieben Krautzonen mittlerer Tiefe, zum Beispiel die Kehrwasser nach Wehren. (weiterlesen…)

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