Der Aal – nächtlicher Jäger

Aale sind Nachträuber. Tagsüber verstecken sie sich im tiefen Wasser und führen in Löchern, unter Wurzeln und im Schlamm ein verborgenes Dasein.

Niemand wird Schwierigkeiten haben, den schlangengleichen europäischen Flussaal zu erkennen, der auch als Süsswasseraal bekannt ist. Er hat einen langen, schleimigen und biegsamen Körper, ein großes Maul, einen hervorstehenden Unterkiefer und zahllose kleine Zähne. Seine After-, Schwanz und Rückenflossen bilden um den Schwanz herum einen Flossensaum. Lediglich die kleinen Brustflossen ähneln den Flossen “normalen” Fischen.
Seine Farbe verändert sich mit dem Alter von gelblich zu silberfarben, dann zu braun oder schwarz. Die Bauchunterseite ist weiß.
Die Größe ausgewachsener Aale ist sehr unterschiedlich. Weibliche Aale werden bis zu 1,50 m lang, männliche 40 bis 50 cm. Aale wachsen sehr langsam. Etwa im Alter von 12 Jahren sind sie bereit, ihre Wanderung zu den Laichplätzen im Meer aufzunehmen. Erst wenn die jungen Glasaale nach ihrer langen Reise von der Sargasso-See durch den Atlantik an der europäischen Küste angekommen sind, verändern sie ihre Farbe.


Lebensdaten:
Wissenschaftlicher Name: Anguilla anguilla
Höchstgewicht: 4 – 6 kg
Maximale Länge: 1,5 m
Durchschnittgewicht: 0,5 kg
Lebenserwartung: durchschnittlich 14 – 16 Jahre
Beim europäischen Flussaal beginnt die Rückenflosse erst auf halber Länge des Körpers.
Wegen ihres weißen, grätenarmen Fleisches gehört der Aal, vor allem geräuchert, zu den beliebtesten Speisefischen.
Auf der Suche nach Futter
Als nächtlicher Räuber und Allesfresser nutzt der Aal auf der Jagd nach Beute seinen guten Geruchssinn. Allen Gerüchten zum Trotz ist der Aal ein wählerischer Fresser und ernährt sich hauptsächlich von Fisch, Krebsen und Schnecken
. Aale sind gefürchtete Laich- und Bruträuber und daher in Forellenbächen unerwünscht. Es gibt zwei Formen der Aale: Der Breitkopfaal (Raubaal) frisst besonders Fische und große Nährtiere. Der Spitzkopfaal frisst Kleintiere wie Würmer und Schnecken.
Lebenszyklus
Das faszinierende an diesem Fisch ist sein ungewöhnlicher Lebenszyklus. Zwischen dem 9. und dem 11. Lebensjahr beginnt die Vorbereitung auf die Wanderung zu den Laichgebieten: Der Kopf wird spitzer, die Augen werden größer, die Seitenlinien deutlich sichtbar. Gleichzeitig hört der Aal zu fressen auf. Der Fisch hat jedoch vorher jede Menge Fett gespeichert, von dem er auf seiner langen Wanderung ins Meer und zu den Laichplätzen zehrt.
Diese Reise kann drei Jahre dauern und wenn es sein muss, führt sie ihn dabei sogar über Land. Der Aal schliesst dann seine kleinen Kiemen und versorgt sie mit Wasser, das sich in einer großen Kiemenhöhle befindet. Sie ist als Schwellung zu beiden Seiten des Kopfes erkennbar. Sein Ziel ist die 3000 m tiefe Sargasso-See in der Nähe der Bermudas, wo er in großer Tiefe laicht. Nach dem Laichen stirbt der Aal vermutlich.

Nach dem schlüpfen werden die jungen aallarven vom Golfstrom (der Nordatlantikströmung) bis an die Küsten europas getragen. Während dieser Reise verändern sie ihr Äusseres von einer blattförmigen Larve zu einem winzigen Glasaal, so genannt, weil sein Körper transparent ist. Während er sich stromaufwärts in viele europäische gewässer windet, wird seine Farbe dunkler.
Aalpassagen
Obwohl Glasaale extrem beweglich sind, haben sie oft Schwierigkeiten, Hindernisse wie Sperren, Dämmer und Wehre zu überwinden. Aalpassagen aus gebündelten Ästen, die über die Hindernisse gelegt werden, können den Glasaalen den Weg flußaufwärts erleichtern.

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