Der Döbel

Der Döbel – auch Aitel genannt – wächst in unseren heimischen Gewässern zu beachtlicher Größe heran. Er hat einen unersättlichen Appetit und ist Pfund für Pfund ein ausdauernder Kämpfer.

Der Döbel sieht dem Hasel sehr ähnlich, wird aber wesentlich größer. Beide haben einen schwarzen Schwanz und einen grauen oder grünlichen Rücken. Den Döbel erkennt man an seinem drehrunden Körper und der netzartigen Zeichnung der Schuppen, die am Hinterrand schwarzgesäumt sind. Seine Afterflossen sind blaßrot, sein Maul ist auffallend groß. Die Rücken- und die Afterflosse sind beim Döbel konvex (nach aussen gewölbt), Beim Hasel konkav (nach innen gewölbt).

Die Ernährung
Döbel sind Allesfresser und ernähren sich von Fischen, Insekten, Kleintieren, aber auch von Fadenalgen, Brot, Beeren und Früchten; bekannt sind Kirschen als Köder. Schon kleine Döbel von 7-8 cm Länge fressen wirbellose Tiere, Würmer und Fischbrut. An überhängenden Holunderbüschen kann es sogar vorkommen, dass sich die Döbel mit den reifen Beeren richtig vollstopfen. Exemplare von etwa drei Pfund leben röuberisch. Sie fressen kleine Koppen, Erlritzen, Rotaugen und Hasel.
Das endständige Maul ist unbezahnt, die Schlundknochen sind jedoch mit kräftigen Zähnen besetzt. Damit können sie sogar kleine Krebse und Muscheln trotz ihrer harten Schale knacken.

Lebensdaten
Wissenschaftlicher Name: Leuciscus cephalus
Höchstgewicht: 5,6 kg
Maximale Länge: 70 cm
Lebenserwartung: 16 Jahre

Lebenszyklus
Der Döbel lebt meist in Fließgewässern und zwar im ruhigfließenden Mittel- und Unterlauf der Flüsse. Doch auch in der Forellen- und Äschenregion hält er sich auf. In Deutschland kommt er auch in der Brassenregion vor. Selbst in den Brackwasserbereichen von Nord- und Ostsee wurden schon gute Exemplare gefangen.
Da der Döbel ein sehr anpassungsfähiger Fisch ist, findet man ihn auch in stehenden Gewässern. In Staubecken und Seen wie etwa dem Walchensee finden sich kapitale Döbel; sie wachsen dort rascher. Doch die größten Döbel werden meist in den Fließgewässern gefangen. Wird die Strömung zu stark, sucht der Döbel die Uferzonen auf. Er versteckt sich gern und sucht Schutz unter überhängenden Bäumen, Treibgutteppichen, Wasserpflanzen und ausgespülten Ufern. Nachmittags jedoch sonnen sich Döbel gern an der Wasseroberfläche. Man kann sie dann an klaren, windstillen Sommertagen beobachten, allerdings sollte man sich vorsichtig nähern, da sie ausgesprochen scheu sind. Die geselligen Fische flüchten auch, wenn man ihnen den Köder gezielt vorzusetzen versucht. Das kann man vermeiden, indem man den Wurf einige Meter flußauf vor dem Standplatz der Fische platziert.
Döbel laichen gewöhnlich im Mai. Die erwachsenen Rogner legen ihren Laich über flachem Kiesgrund in fließenden Wasser ab. Jedes weibchen legt 20.000 bis 100.000 Eier an Pflanzen oder kleinen Steinen ab. Nach 8-10 Tagen schlüpft die Brut. Die Jungfische leben in Schwärmen und ernähren sich von Plankton.

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