Nassfliegen und Nymphen

Die meiste Nahrung nehmen Forellen zwischen Grund und Mittelwasser, sagen viele Fliegenexperten. Also hat man mit einer Fliege, die in dieser Zone gefischt wird, die besten Fangaussichten.

Fliegenmuster, die unter Wasser gefischt werden, lassen sich in die drei Abteilungen Nassfliegen, Nymphen und Streamer einteilen.
Echte Nassfliegen werden gewöhnlich an Haken der Größe 8-14 mit nach unten geborgenen Öhr gebunden. Sie sollen etwas Lebendiges und Fressbares andeuten, nicht jedoch exakt imitieren. Man bindet sie mit einem Hechelkragen, als “Palmer” (Die Hecheln ziehen sich am Körper entlang) oder mit Hecheln und Flügeln.
Nymphen ahmen wirbellose Wassertierchen nach. Man bindet sie ohne Beschwerung zum Fischen direkt unter der Wasseroberfläche oder bebleit zum Fischen in der Tiefe. Diese zweite technik funktioniert gut, wenn die Saison jung ist und die Fische am Grund nach Nahrung suchen.
Streamer sind größere Muster, teils über 10 cm lang. Sie stellen kleine Beutefischchen dar oder sollen die Neugier der Forelle wecken.

Echte Nassfliegen
Einfache Muster mit Hechelkragen, so genannte “Spider”, sind an Flüssen und stehenden Gewässern gut einsetzbar, besonders, wenn die Fsche Mückenlarven oder Nymphen von Fliegen mit aufgestellten Flügeln nehmen, wie etwa Eintagsfliegen. Die buschigeren Palmerfliegen bringen bei windigem Wetter und aufgewühlten Wasser an größeren, stehenden Gewässern Erfolg. Dann bekommt man dicht unter der Wasseroberfläche Bisse, wenn man die Fliegen gleichmäßig durch die Wellenkronen zupft.
Geflügelte Nassfliegen setzt man auf gleiche Weise ein: man nennt dies auch die britische “Loch-Methode”. Sie sinken tiefer ab, weil sie weniger Hecheln als eine Palmerfliege haben.

Nymphen imitieren
Nymphen führt man langsam, mit gleichmäßigem Zug. Die Tiefe ist dabei auch wichtig und man sollte stets beschwerte und unbeschwerte Nymphen in seiner Fliegentasche haben. Selbst mit einer schwimmenden Schnur kann man Nymphen in 3-5 Meter Tiefe anbieten, wenn das Vorfach entsprechend länger ist. In dieser Tiefe stößt man während der gesamten Saison immer wieder auf Forellen. Will man diesen bereich gründlicher absuchen, knüpft man eine schwere Fliege an die Vorfachspitze und eine leichtere weiter oben an.
Ausgewachsene, wirbellose Tierchen, wie etwa die Gammarus (ein Krebstier), werden durch bebleite Formen imitiert und tief angeboten. Der Gammarus gehört zu den erfolgreichsten Fliegenmustern in Mitteleuropa.
Die Larven und Puppen von Stechmücke und Köcherfliege stehen auf den Speiseplan von Forellen ganz weit oben. Die Nymphen, die sie imintieren, sind das ganze Jahr über sehr fängig.

Streamer reizen
Bei Streamern ist die Einholgeschwindigkeit entscheidend. Ändert man sie, bekommt man noch Bisse, auch wenn nichts anderes mehr funktioniert. Zu Beginn der Saison, wenn das Wasser kalt ist und die Fische träge sind, fängt man mit schwarzen Mustern (z. B. Sweeney Todd, Viva oder Black Chenille) an langschenkligen Haken der Größen 6-8 viele Forellen. Man führt sie langsam in Grundnähe an einer sinkenden Schnur.
In der Mitte der Saison, wenn die Forellen in Jagdstimmung sind, eignen sich farbige (besonders gelbe und orangefarbene) Streamer am besten. Die richtige Bewegung ist wichtig und Marabufedern im Flügel oder Schwanz pulsieren beim Einholen besonders verlockend.
Wenn die Fische zwar fressen, sich jedoch nicht fangen lassen, muss man sich – wie bei allen anderen Angelarten auch – etwas Neues einfallen lassen. Dann sollte der Angler herausfinden, auf welche natürlichen Insekten es die Forellen gerade abgesehen haben und dann mit den verschiedenen Varianten der Kunstfliege experimentieren.

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