Trockenfliegen

Ein Ausflug in die Welt der künstlichen Fliegen. Diese beliebten Köder imitieren natürliche Vorbilder, nämlich frisch geschlüpfte Insekten oder Fliegen, die zur Eiablage auf das Wasser zurückkehren.

Die für den Fliegenfischer wichtigsten natürlichen Insekten heißen Ephemeroptera (Eintagsfliegen) und Trichoptera (Köcherfliegen). Eintagsfliegen haben aufgestellte Flügel, Köcherfliegen dagegen besitzen zwei haarige Flügelpaare. In Ruhestellung wirken die Flügel der Köcherfliege dachähnlich oder dreieckig.

Schwimmhaltung

Natürliche Fliegen mit aufgestellten Flügeln berühren die Wasseroberfläche immer nur mit den Beinen. Keine andere Körperpartie kommt mit dem Wasser in Berührung. Bei den meisten künstlichen Trockenfliegen wird diese Schwimmhaltung nachgeahmt. Gewöhnliche Trockenfliegen berühren das Wasser nur mit den Hechelspitzen und den Schwanzfibern – die Kopfhecheln müssen fest genug sein, um den Haken zu tragen. Manche Trockenfliegen liegen jedoch mit dem ganzen Körper auf der Wasserobertläche und sollen geschlüpfte und an die Wasseroberfläche aufsteigende Nymphen und Eintagsfliegenlarven imitieren.
Im zeitigen Frühjahr ernähren sich Forellen von Nymphen: das sind die Larven der noch nicht voll entwickelten Insekten, die im Wasser leben. Flussforellen ernähren sich hauptsächlich von schlüpfenden Eintags- und Köcherfliegen, während in stehenden Gewässern die Forellen neben Insekten auch häufig kleine Fische wie etwa Stichlinge und Barsche nehmen.

Der Schlupf

Das Schlüpfen der Fliegen kann man in der Forellensaison täglich beobachten – außer an sehr kalten oder regnerischen Tagen. Doch mit jedem warmen Tag nimmt der Schlupf rasant zu, und die Forellen steigen dann regelmäßig zum Fressen an die Oberfläche. Das kann sogar soweit gehen, daß die Forelle sich ausschließlich an der Oberfläche ernährt.
Wenn eine bestimmte Fliegenart in großer Zahl schlüpft. stellen sich die Forellen manchmal auf diese eine Art ein und ignorieren alle anderen Fliegenarten. Nur eine Nachahmung der gerade schlüpfenden Fliegenart kann die Forelle zum Steigen reizen. Und genau darin liegt die Herausforderung des Fliegenfischens. Der Angler muß nämlich zuerst herausfinden, welche Fliegenart gerade schlüpft. Dann muß er eine Kunstniege wählen. deren Erscheinung der natürlichen Fliege entspricht.
Wenn gerade Köcherfliegen schlüpfen oder mit der Eiablage beschäftigt sind, nimmt man eine Köcherfliegennachbildung von entsprechender Größe und Farbe. Schlüpfen Eintagsfliegen, verwendet man eine Trockenfliege mit Kopfhecheln und wählt auch hier die Größe und Farbe dem Original entsprechend.
Nicht immer muss eine Trockenfliege Flügel aufweisen: Die Forelle stört sich kaum an fehlenden Flügeln. Meist genügt der nach oben schauenden Forelle der verschwommene Anblick der Hecheln als andeutungsweise vorhandene Flügel. Mit Flügeln gebundene Köcherfliegenmuster sind zwar durchaus fängig, doch viele Angler verwenden keine geflügelten Fliegenimitationen, weil die Flügel einfach nicht notwendig sind.
Schwimmende Materialien und feindrahtige Haken sorgen dafür, daß die Fliege schwimmt. Wichtig ist auch, dass man die Fliege mit einem wasserabweisenden Fett behandelt, sei es in fester oder in flüssiger Form, damit die Fliege lange Zeit schwimmfähig bleibt. Man muss das Fett jedoch sparsam verwenden, damit die Hecheln nicht verkleben.
Das Fliegenvorfach sollte nicht eingefettet werden. Tut man es doch, schwimmt es an der Wasseroberfläche und wird für die Forelle sichtbar. Wenn man das Vorfach mit ein wenig Schlamm abreibt, geht es mit Sicherheit unter.

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